Traumatische Erfahrungen hinterlassen Spuren – bei einzelnen Menschen, aber auch in Gruppen und Gesellschaften. Ursachen für ein Trauma sind vielfältig: Flucht und Kriegserfahrungen, Gewalterfahrungen und Vernachlässigung in der Kindheit. Aber auch Krankheit, Job-Verlust, Mobbing und Unfälle. Auch wenn diese Erfahrungen nicht unbedingt zu einer posttraumatischen Belastungsstörung führen, beeinflussen sie dennoch das Leben und wie mit Konflikten umgegangen wird.
Diese Tagung lädt dazu ein, Konflikte tiefer zu verstehen:
Was passiert, wenn alte Verletzungen wieder auftauchen?
Wie kann man als Umfeld, Kollegin oder Begleiter hilfreich reagieren?
Mit Impulsen aus Psychologie, Gesellschaftsanalyse und Praxis eröffnet der Tag einen Raum zum Verstehen, Lernen und heilsamen Handeln.
8.30-9.00 | Ankommen, Kaffee
9.00-9.15 | Begrüssung und Einleitung | Marcus Weiand
9.15-10.45 | Posttraumatische Belastungs- und Anpassungsstörungen (Beschreibung, Modelle, Behandlung) und ihre Auswirkungen auf das Beziehungsverhalten (z.B. Beziehungen eingehen, aufrechterhalten, Konflikte) | Mathias Allemand
10.45-11.00 | Pause
11.00-12:30 | Kreisläufe der Gewalt und das Ausbrechen in die Spirale der Versöhnung. Einbindung in eine gesellschaftliche Perspektive. Gruppenkontext als heilsamer Raum – gemeinschaftsbasiert statt individualistisch (oder nur soziologisch) | Dagmar Nolden
12:30-13:45 | Mittagessen und vernetzen
13.45-14.45 | Begleitung im Alltag von Menschen mit traumatischen Erfahrungen | Gabriela Zindel
14.45-15.15 | Gruppenarbeit/Einzelarbeit, Fragen an die Fachleute erarbeiten.
15:15-15.30 | Pause
15.30-16.10 | Podiumsgespräch und Rückfragen
16.10-16.15 | Abschluss
Der Studientag wird zusätzlich zum Präsenzseminar vor Ort auch Online per Livestream angeboten.
Die Tageskonferenz wendet sich an alle Interessierte, insbesondere an Personen, die beruflich oder ehrenamtlich mit vulnerablen Gruppen arbeiten (Migranten, Geflüchteten), die Menschen in Krisen begleiten, oder Teams und Gruppen leiten.
31. Januar 2026
Bildungszentrum Bienenberg
Prof. Dr. Mathias Allemand: Titularprofessor der Psychologie an der Universität Zürich und Senior Researcher an der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen.
Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung und der Frage, was es bedeutet, (psychisch) gesund zu altern, trotz schwieriger Lebensabschnitte. Eine zentrale Rolle spielen für ihn dabei die Begriffe Dankbarkeit, Verzeihen und Sinnhaftigkeit.
Dagmar Nolden: Freiberufliche Prozessbegleiterin und Trainerin, zertifiziert in traumazentrierter Fachberatung und systemischer Beratung, mit langjähriger Erfahrung in Friedenspädagogik als Senior Projektmanagerin bei der Berghof Foundation.
Sie begleitet Einzelpersonen und Gruppen durch Krisen, Konflikte und gesellschaftspolitische Transformationsprozesse und unterstützt sie dabei, Orientierung zu finden, individuelle und kollektive Ressourcen zu aktivieren und nachhaltige Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Dabei verbindet sie systemische Perspektiven mit ganzheitlichen Ansätzen und “Art of Hosting”.
Gabriela Zindel: Fachberaterin für Psychotraumatologie. Arbeitet bei Agape international im In- und Ausland als Trainerin und Kursleiterin für den Umgang mit Menschen mit traumatischem Hintergrund.
Sie konzentriert sich dabei auf die Laienschulung mit Schwerpunkt auf praktische Hilfestellungen wie Gesprächsrunden und Körperübungen. Ein besonderes Anliegen ist ihr, dass Menschen sich in Beziehungen sicher fühlen können.